Bilder vom 28. Juni

Juli 3rd, 2011

alte noch bewohnte Kaschba

Es ist immer noch Platz

Gute Fahrt

Ich

Landschaft

mein Gastgeber für eine Nacht

noch mal tanken

Schön

Schön 2

Schön 3

Todraschlucht

28. Juni

Juni 30th, 2011

3. Bericht

Wenn in den letzen Tagen kein neuer Bericht eingestellt wurde, liegt das einfach daran, dass ich so viel jeden Tag erlebe, dass ich keine Zeit zum schreiben hatte. Nunmehr bin ich vier Wochen in Marokko unterwegs und jeden Tag wird es schöner. Es ist Samstag, der 25.06.2011. Ich stehe in Tanger auf dem schönen Campingplatz Miramonte, der an einem Berghang liegt. Über mir liegt ein kleiner alter Ort, der heute zu Tanger gehört, der Gesang des Muezims kling zu mir herunter. Man hört das gesamte Gebet, die Antwort der versammelten Gläubigen, nicht nur die Rufe zum Gebet, über die Lautsprecher. Vor mir der Atlantik, dessen Wellen nachts leise an mein Ohr dringen. Hinter dem gegenüberliegenden Berghang geht die Sonne gerade unter, auf diesem Berghang liegen im satten Grün kleinen Sommerresidenzen der reichen Menschen dieser Erde eingebettet. Selbstverständlich hat der König von Marokko hier auch einen Palast, den er nach Aussage der Eigentümerin des Campingplatzes, Madam Zakia, regelmäßig nutzt. Weil leider schon 2/3 der Zeit vorbei sind, habe ich irgendwo südlich von Laâyoune beschlossen umzukehren. So bin ich über Tiznit die Nationalstraße N1 wieder zurückgefahren. Bereits in Laâyoune habe ich den ersten Anhalter, einen jungen Offizier der marokkanischen Armee, höchstens 30 Jahre alt, mitgenommen. Kurze Zeit später wurde mir, allerdings erst nach Verhandlung mit dem Offizier, eine junge Frau anvertraut. Diese wollte bis Tan-Tan, also rund 290 km mitfahren. Nach einer kurzen Weile entwickelte sich zwischen meinen jungen Fahrgästen ein fröhliches und anregendes Gespräch. Da die Marokkaner es offensichtlich lieben gleichzeitig zu reden, hatte ich praktisch die ganzen 90 km nach Trafaya, das Reiseziel des Offiziers, eine schnell sprechende helle Stimme hinter meinem rechten Ohr. Die junge Frau, in einem mit bunten Kreisen bedruckten blauen Umhang oder Überkleid gehüllt, hatte hinter mir auf meinem Sofa Platz genommen. Wir brachten den Soldaten noch bis in den Ort Trafaya, der nicht direkt an der Hauptstrecke liegt. Dann muss ich das Gepäck neu sortieren, holte Apfelsaft aus dem Kühlschrank und bot der jungen Frau davon an. Sie nahm etwas zögerlich an, nach ich sie auf den Beifahrersitz gebeten hatte. Der junge Soldat wartete bis wir abfuhren und grüßte nochmals freundlich. Als wir wieder auf der Hauptstrecke waren, wartete eine weitere Frau auf Mitnahme. Ich nahm die zweite Frau auch zur Beruhigung meiner bisherigen Begleitung mit. Dies war aber nicht erforderlich. Die junge Frau neben mir, höchstens 25 Jahre alt, mit einem etwas rundlichen Gesicht, schlüpfte aus ihren roten Pantoffeln, öffnete den Umhang um die Haare und schlief ein. Wenn man den Beifahrersitz in meinem Auto kennt, ist dies nicht weiter verwunderlich. Er federt weich jede Unebenheit der Straße mit, ist in der Rückenlehne nach innen gewölbt und hat hölzerne Armlehen. Da schläft man/frau gut und schnell. Die zweite Tramperin stieg irgendwann auf der Strecke aus und meine junge Begleitung wickelte sich vollständig aus ihrem Umhang. Darüber war ich dann doch erstaunt. Bei einer der zahlreichen Polizeikontrollen hatte sie vorher noch den Umhang sorgfältig wieder um den Kopf gelegt und die Haare verdeckt. Auch vor dem Einschlafen hatte sie darauf geachtet, dass der Umhang bis auf das Gesicht und die Füße alles abdeckt. Sie griff nach meinem Hut, der wie ein Cowboyhut aussieht und setzte ihn amüsiert auf. Nur nach Musik fragte sie im Gegensatz zu verschiedenen Männern, die dann über mein schlichtes Autoradio enttäuscht sind, nicht. Das Auswickeln aus dem Umhang war bei den Temperaturen auch verständlich. Sie trug ja noch eine Art Leggins und ein T-Shirt, beides in einem fröhlichen blau gehalten. Dazu trug sie eine große modische Sonnenbrille, wie sie hier bei den Frauen besonders beliebt ist, da damit das Gesicht gut verdeckt ist und frau trotzdem einen guten Überblick hat. An der wilden Steilküste des Atlantik schwärmte sie vom Schwimmen und ich versuchte ihr mitzuteilen, dass ich vor zwei Tagen am Cap Draa schwimmen war. Sie hat ein Kind, drei Jahre alt, für das auch das Dreirad bestimmt ist, dass zu ihrem umfangreichen Gepäck gehörte. An den Bildern von Sonnhilde und Samuel war sie sehr interessiert. Denn irgendwann kam natürlich die Frage nach Frau und Kindern. Es folgten viele andere Anhalter, viele verließen mein Auto mit kurzem, aber immer freundlichen Gruß, anderen sprachen Einladungen aus. In Gulemim habe ich meine Händlerfreunde angerufen, wir haben uns auf ein Kaffee getroffen. In Aglou Plage hatte ich Zeit meine Wäsche zu waschen, in Essauira habe ich einen Mann aus Belgien kennen gelernt. Wir haben zusammen die Stadt besichtigt, er wiederum kannte sich gut aus, weil er dort einheimische Freunde hat. Die Stadt Essauira ist Weltkulturerbe, wie Quedlinburg. Eine vom Festungsbau bestimmte Stadt, geplant von einem Franzosen, der als Kriegsgefangener irgendwann im 18. Jh. dort einsaß. Viele Straßen sind deshalb rechtwinklig zueinander angelegt. In jedem Fall eine Reise wert, schön geschmackvoll eingerichtete Hotels in der alten Stadt, wie das „Hotel der Farben“, kosten rund 25,00 € pro Nacht. Von dort bin ich nach Marrakech. Eine Stadt, in der es im Sommer heiß wird. Als ich ankam, waren es 45 Grad im Schatten. Den Campingplatz fand ich durch Glück, ein dortiger Angestellter stand mit einem Auto mit entsprechender Werbeaufschrift zufällig an einer unübersichtlichen Kreuzung und nahm mich ins Schlepptau. Ein sehr gepflegter Campingplatz unter französischer Leitung. Eine Angestellte brachte mir im Restaurant, direkt neben dem Pool, morgens das Frühstück, klapperte mit ihren Augen, übersah aber, dass auf dem Tisch ein großer Fleck von Kaffee war. Kurz nach meinem Frühstück, der Tisch war abgeräumt, kam der Patron, also der Eigentümer, winkte kurz und deutlich, wies auf den Tisch und die junge Frau bemühte sich der unverständlichen Forderung der europäischen Vorstellung von Sauberkeit nachzukommen. Mir raunte sie nur zu: „der Patron“ und machte dabei ein Gesicht wie: „Recht machen kann man es dem sowieso nicht“. In Marrakech war ich natürlich auf dem Place Jemaa el Fna. Es war gegen 17 Uhr als ich dort ankam und die vielen Garküchen waren noch mit dem Aufbau beschäftigt. Es erinnerte mich ein wenig an den Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Jeden Tag werden die Garküchen vollständig neu gegen 17 Uhr aufgebaut und am späten Abend gegen 22 bis 23 Uhr wieder abgebaut. Die Schlangenbeschwörer und Affenbändiger haben es da einfacher. Der große Sonnenschirm, die Kisten mit den Affen sind auf einen kleinen Wagen montiert, die Schlangen befinden sich in tragbaren Körben, die Schalmei und los geht’s. Als ich auf dem Platz war, ging wenig bis nichts los. Jeder halbwegs Interessierte, auf jeden Fall jede europäisch aussehende Frau wurde mit den Schlangen in der Hand oder dem Affen auf der Schulter begrüßt. Nur einmal habe ich tatsächlich einen größeren Auflauf um einen Schlangenbeschwörer erlebt. Die Hauptbeschäftigung der „Künstler“ besteht dann auch darin, Geld für die Fotos die von ihnen geschossen werden, einzutreiben. Ein Foto, manchmal reicht schon längeres hinschauen, kostet Geld. Ich habe beobachtet, wie eine Malerin von Hennatatoos einem Deutschen, der sie bei ihrer Arbeit fotografiert hatte, über den halben Platz nachstellte, weil sie für das Foto Geld wollte. Die verdutzte Kundin blieb solange auf dem Schemel sitzen, bis die erboste „Künstlerin“ von ihrem Beutezug zurückkam. Die Ausrede, man habe allgemein den Platz fotografiert, lassen die Akteure nicht gelten, bzw. sie wissen genau, dass man die Fotos in den Kameras ansehen kann und verlangen, dass diese bei Nichtzahlung gelöscht werden. Die einzige Möglichkeit in aller Ruhe Fotos zu machen sind ein gutes Teleobjektiv, ein guter Platz auf einer Terrasse im Obergeschoss der den Platz umgebenden Cafés und in meinem Fall 20 DH für das erste Getränk, dessen Kauf ebenfalls obligatorisch ist. Ich habe außerdem bei einer Erzähl- und Tanzvorstellung, in die in der Mitte aufgestellte Schale geworfen und für die beiden Fotos von der dann erschienenen Tänzern nochmals 10 DH berappt. Sie fühlte sich völlig unterbezahlt und der vorher frech herausfordernde Blick wandelte sich in einen bösen. Die konkrete Vorstellung selbst hatte auf Grund der Mitwirkung von körperlich und geistig Behinderten etwas für mich Merkwürdiges. Es war aus meiner Sicht ein „Zur Schau stellen“ Dies hat ja auf Jahrmärkten aller Art einer lange Tradition. Das Geschehen auf dem Platz hat viel mit Magie zu tun, man kann allerlei Wunderkraut kaufen, so dass böse Blicke auch ihre Wirkung haben. Dieselben Deutschen, die bereits mit der Malerin der Hennatattoos in eine Auseinandersetzung geraten waren, stritten nunmehr mit Schlangenbeschwörern über die Höhe des Honorars. Als ich dazu meinte, „10 DH und eine Zigarette wären als Honorar genug“ erntete ich wieder einen bösen Blick. Die Akteure auf dem Platz können viele Sprachen so gut, dass sie die für sie wesentlichen Wörter genau verstehen. Junge Männer versuchen mit voranschreitender Zeit die unterdessen mehreren tausend Menschen auf dem Platz zu einem Essen von ihrer Garküche zu überzeugen. Die Tische sind mit weißem Tischtuch bezogen, der Dampf vom Essen und der Rauch der entsprechenden Feuer hüllen den ganzen Platz ein. Teilweise ist das atmen richtig schwer. Weiterhin gibt es nummerierte Orangensaftstände. Selbst wenn man sonst nichts kauft oder anderweitig konsumiert, einen frisch gepressten Orangensaft sollte man trinken. Diese kosten an allen Ständen gleich, nämlich 4 DH, also knapp 0,40 Euro. Dafür kann man auch die immer wieder ausgespülten Gläser in Kauf nehmen. Allerdings ist mir aufgefallen, dass neben der üblichen Polizeipräsenz unter den Terrassen und über den ganzen Platz verteilt zivile Sicherheitskräfte sitzen, mit Sprechfunk ausgerüstet, aufmerksam den Platz beobachten. Fast zwei Stunden habe ich auf der Terrasse verbracht, was in erster Linie der schwülen Hitze geschuldet war. Nach einem nochmaligen Spaziergang über den Platz bei hereinbrechender Dämmerung habe ich de Rückweg durch das Gewirr der Gassen angetreten und mich prompt verlaufen. Der Fahrer des Campingplatzes ließ nach meinem entsprechenden Anruf aber nicht lange auf sich warten. Für einen luxuriösen Preis von 60 DH (knapp 6,00 €) für eine Fahrt am Tag und 90 DH (knapp 9,00 €) nach 20 Uhr zurück wird man entsprechend chauffiert.

Drei Tage später bin ich nach Casablanca aufgebrochen. Ich kann nur sagen: nichts blanca in Casa-blanca.
Die Stadt ist laut und der MÜLL. 100 m neben der berühmten Moschee II., der einzigen Moschee in Marokko, die man auch als Nichtmuslim besichtigen kann, stehen kleine Häuser ohne fließend Wasser. Ich will nicht soweit gehen und diese Behausungen als Slams bezeichnen, aber einem solchen Eindruck konnte ich mich nicht verschließen. Am Rande der Altstadt, in der auch Reste deutscher Großmannssucht zu bewundern sind, steht Ricks Cafe. Da habe ich relativ preiswert Luxus genossen. Nach zwei Tagen fuhr ich an der Küste entlang nach Moulay Busselham. Ein schöner Campingplatz, direkt an einer kleinen Lagune.

Vorher habe ich in einer größeren Ortschaft etwas gegessen. Dabei fiel mir wieder der krasse Gegensatz zwischen dem Norden und dem Süden Marokkos auf. Im Süden gibt es sicherlich auch ärmliche Verhältnisse, aber nur im Norden gibt es diesen Gegensatz zwischen reich und arm so augenfällig. Ich, der zu den Wohlhabenden gehöre, esse für wenig Geld im Schatten von Palmen ein umfangreiches Gericht. Der Kellner jagt die Bettler und Händler weg. Junge Männer, die versuchen sich mit dem Verkauf von billigen Uhren und Sonnenbrillen etwas Geld zu verdienen. Frauen mit kleinen Kindern und deprimierten Gesichtern bitten um Geld. Manchmal werden die Kinder geschickt. Ich habe neben für unsere Verhältnisse wenig Geld auch meine gerade erstandenen Honigmelonen verschenkt und fühlte mich dabei nicht wirklich gut.

In Moulay Busselham habe ich Niederländer mit einem 30 Jahre alten, aber völlig überholten LKW aus Armeebeständen getroffen. Toll ausgebaut. Damit wollen sie erstmal 10 Jahre in Afrika unterwegs sein. Und dann…. mal sehn. Ich gebe zu, ich bin etwas neidisch. Auf meine Frage nach der Finanzierung kam nur, „Das ist unser Haus, andere kaufen sich ein Haus, wir haben das Auto und das Geld für die lange Reise.“ Der Gegensatz zu den bettelnden Menschen wenige Stunden vorher könnte kaum größer sein.

Die vielen Geschichten, die ich auf jedem Streckenabschnitt mit den Trampern erlebt habe, könnten Seiten füllen. Eine Frau, die ich mit ihrem Einkauf von einem Marktflecken mitnahm, sah die Gelegenheit wohl als günstig an, sich mit einem entsprechenden Angebot etwas Geld zu verdienen. Männer, die lustig singen, aber mir nicht sagen können, wo die Straße hinführt. Andere wiederum bewahren mich vor einer falschen Strecke und steigen mit Bedauern aus, als wir feststellen, dass meine Richtung eigentlich eine andere ist.

Die Versicherung für mein Auto ist abgelaufen, mein Magen hat sich etwas verstimmt. So stehe ich auf dem Platz Miramonte und genieße das Essen und den Tee, die mir Madam Zakia zubereitet hat. Morgen scheint wieder die Sonne.

Der Weg nach Erfoud vom 30. Mai

Juni 17th, 2011

Mein Vater ist schon ein wenig weiter als hier auf den Bildern zu sehen. 🙂 Habe erst jetzt geschafft sie online zu stellen.

Der Liebling etwas zerlegt

Schneebedeckt grüßen die Berge des hohen Atlas

Mein Führer an diesem Tag duch die Schluchten

Und in die alten Minen

Über 7 Brücken kannst du gehn

Mit schönen Deckenmalereien

Mein Platz in Erfoud am Abend

Gruß
Samuel

Marokko vom 22. Mai

Juni 17th, 2011

Mein Vater ist schon ein wenig weiter als hier auf den Bildern zu sehen. 🙂 Habe erst jetzt geschafft sie online zu stellen.

Gibraltar

Blick nach Afrika

Etwas verstaubt, aber angekommen

Fahrt durch das Rifgebirge

Meknes, im Tor

Meknes

Das Ergebnis:

Volubilis

Volubilis, römische Stromanschlüsse

Volubilis, die Mauer habe ich gestern ausgegraben

Volubilis

Volubilis, immer das gleiche Thema

Volubilis

Hochzeit in Fes

Abendstimmung in Fes

Gruß

Barcelona 17. Mai

Juni 17th, 2011

Weitere Bilder noch aus Europa.

Triumph

Kirchennutzung

Cathedrale

Cathedrale

Für Frauen toll – aus alt mach neu

Barcelona

Flugzeuge überm Campingplatz

Gruß

15. Mai

Juni 16th, 2011

Leider sind die Bilder etwas älter.

Markthalle

Jetzt Museum

Denkmal

Rathaus

Rathaus

Kirche

Gruß

Laâyoune 14. Juni

Juni 14th, 2011

Ich bin derzeit in Laâyoune. Das liegt rund 900 km nördlich der Grenze zu Mauretanien. Ich bin nach der Überquerung des Atlasgebirges nach Erfoud gekommen. Das liegt unweit der Grenze zu Algerien und am Rand eines Sandwüstengebietes. Von dort bin ich auf der Südseite des Atlasgebirges nach Thinehir gefahren. Samuel hatte eine Karte mir Symbol eingestellt. Nach einer Tageswanderung in der Todra-Schlucht bin nach ich Agadir aufgebrochen und wollte dort etwas länger bleiben. Es war zu langweilig und so bin ich gleich am nächsten Tag Richtung Süden nach Tiznit aufgebrochen. In dem Ort Aglou Plage habe ich dann das erste Mal auf dieser Tour im Atlantik gebadet. Interessant war der Platz in Sidi Ifni, einer alten spanischen Siedlung, die allerdings viel von ihrem Charme verloren hat. Ich bin viele kleine Seitenstraßen gefahren, habe mich manchmal verfahren, bin aber immer gut angekommen. Häufig habe ich nicht die Strecke geschafft, von der ich ursprünglich für den jeweiligen Tag ausgegangen war. Dies liegt an meinem Hang Tramper mitzunehmen. In der Regel bestimmen dann diese den weiteren Verlauf. In Guelmim hat mich bei meiner Suche nach der richtigen Stadtausfahrt ein Mann auf Deutsch angesprochen. Ich bin drei Tage in der Stadt bzw. Umgebung geblieben, habe viel sehen, das Auto wurde wieder etwas gepflegt. Der neue alte Kühler hatte ein Loch, vermutlich durch einen Stein und verlor immer etwas Wasser. Das Öl musste gewechselt werden und so manche Schraube festgezogen. Jetzt läuft es wieder und ich hoffe nach den nunmehr 7.970 km auch die restliche Strecke gut zu schaffen. Habe dann zwei Nächte auf dem besten Campingplatz von ganz Marokko zugebracht, im Fort Bou Jerif. Treffpunkt der Sahara- und Rallyefahrer. Habe von dort aus einen stundenlangen Spaziergang in die Wüste unternommen. In Tan-Tan hat mich zum wiederholten Male einer der Männer, die ich im Auto mitgenommen habe, zu sich nach Hause eingeladen. Ich habe dort übernachtet. Am Tag zuvor waren wir mit drei seiner vier Kinder am Atlantik, am Cap Draa. Das sind eindrucksvolle Küsten. Ich bekomme auf diesen Touren von den Trampern immer wieder Geschenke. Wassermelonen, Tomaten und ich besitze jetzt einen weißen Kaftan. Zwischendurch wollte jemanden aus Guelmim mit mir nach Mali fahren, um in der dortigen Hauptstadt Bamako mein Auto zu verkaufen. Es kam nicht dazu. Mein Visum für Mauretanien ist bereits abgelaufen. Das wäre an sich kein Problem, aber Inshallah. Heute habe ich das kleine Denkmal für Saint Exupery in Trafaya besucht. Ein kleiner Doppeldecker, leider ohne den Namen von Saint Exupery, erinnert es allgemein an die Post- und Militärflieger, die hier gelandet sind. Die Garnison, in der Saint Exupery stationiert war, ist halb verfallen und halb vom Sand zugeweht. Die Hitze war bis auf den heutigen Tag ganz gut zu ertragen, teilweise habe ich kräftige Regengüsse erlebt. Abends bzw. Nachts ist es in der Regel so kühl, dass es ohne einen dicken Pullover nicht geht. Heute ist es vom Meer her richtig feucht. Das Wasser rinnt an meinem Auto herunter.

Inshallah.

Immer schön die Übersicht behalten.

Erfoud 04. Juni

Juni 6th, 2011

Samstag, 04.06.2011

Bin unterdessen in Tinerhir angekommen. Die Stadt liegt am Ausgang eines Tals an der Südseite des Hohen Atlas, dessen Berge hier steil abfallen und direkt in die Wüste übergehen. Schwarze Steinwüste, unwirtliche Natur, wirkt menschenfeindlich. Aber sobald sich der Boden etwas senkt, suchen schützend Gräser und andere Pflanzen einen Halt und Wasser, das es in den Senken immer wieder gibt. Manchmal im Überfluss. Es hat in den letzten Tagen in den Bergen und teilweise bis in das flache Land hinein geregnet. Die Queds sind richtig voll. Irgendjemand hatte damit wohl nicht gerechnet und auf seinen Äckern, die es immer wieder zwischendurch in den Oasen gibt, die Wasserkanäle nicht richtig verschlossen. So kam es, als ich heute aus Merzouga am Erg Chebbi kam, plötzlich die Straße wegen großer Wassermassen nicht passierbar war. Die Straßen senken sich im Bereich der Queds zu Furten ab. Man wird immer durch Hinweisschilder auf die Gefahr der Überschwemmung hingewiesen. In diesem Fall aber war die Straße über eine Länge von ca. 800 m mit einer kleinen Zwischeninsel, auf die sich die Fußgänger und Radfahrer gerettet hatten, überschwemmt. Kleine Autos blieben im Wasser stecken, weil ihnen der Motor ausging. Das Wasser läuft in den Auspuff und das Auto geht aus. Die Polizei pfeift noch mehr als sonst und die Handbewegungen zum weiterfahren werden noch energischer. Am Straßenrand wurde eifrig versucht, Öffnungen zu weiteren Beregnungskanälen zu öffnen. Dies half nur wenig und langsam.
Der Erg Chebbi ist ein reines Sandwüstengebiet. Dieses ist teilweise nur über Schotterpisten zu erreichen, so dass ich heute auch das „Vergnügen“ hatte, eine sog. Wellblechpiste zu fahren. Mir war dabei wegen der steigenden Anfälligkeit meines Autos nicht sehr wohl. Auch war die Orientierung trotz der kurzen Strecke von ca. 5 km nicht einfach. Der Himmel ist seit Tagen immer etwas verhangen und es regnet auch jetzt wieder kräftig. Die Wolken sind mir tagsüber ganz recht. Sobald die Sonne hervorkommt, wird es sofort heiß. Zum verhangenden Himmel kam ein kräftiger Wind, der den Sand durch die Luft trägt und den Horizont mit den Wolken verschwimmen lässt. Der Blick führt in allen Richtungen zum gleichen Ergebnis. Die Schotterpisten werden durch kleine Steinhaufen markiert, die in der Regel aus 3 bis 5 größeren Steinen bestehen. Dafür muss man einen Blick entwickeln. Es scheint so, als ob aus allen Richtungen und in alle Richtungen Fahrspuren und damit Pisten verlaufen. Das Dorf am Erg Chebbi haben ich auf meiner Karte nicht identifizieren können. Ein kleines, ziemlich verstaubtes Nest, dessen Bewohner ausschließlich von den Touristen leben. Im kam um die Mittagszeit, im leichten Sandsturm. Da waren auch von den Bewohnern nur wenige unterwegs, so dass ich ganz allein für mich laufen konnte. Nach ca. 1 km verschwand das Dorf im Nichts aus Staub und Sand. Es ist merkwürdig. Es reizt mich immer wieder auf die Sanddünen zu gehen, selbst wenn das heute mit einem kräftigen Wind verbunden war. Es geht mir dabei wie mit Flüssen. Ich „muss“ meine Hände in das Wasser tauchen. Auch wenn es die Elbe ist, die ich schon hundertmal gesehen habe. Wenn ich am Fluss stehe, oder mit einer Fähre über den Fluss fahre, muss ich meine Hände in das Wasser halten. Einen besonderen Reiz haben natürlich Flüsse, an die ich nicht so oft oder vermutlich nur einmal komme. Ich erinnere mich gut an meine Überfahrt mit einem kleinen Boot über den Nil. Die Berührung des Wassers des Nil. So geht es mir auch mit Sanddünen in der Wüste. Ich muss in sie hineinlaufen. Nicht unbedingt auf die höchste Erhebung, aber hineinlaufen. Eine knappe Stunde war ich unterwegs bzw. habe ich auf einer Düne gesessen. Dann hatte ich die Hosen voll. Als ich aufstand, merkte ich, wie der Sand in meinen Hosenbeinen herunter floss. Also ließ ich alle Hosen fallen um den Sand an den Stellen loszuwerden, an denen er unangenehm werden kann. Das Auto hatte ich zwar so geparkt, dass der Wind den Sand nicht durch die Öffnungen tragen kann, aber es war feiner Staub im ganzen Auto. Auf der Rückfahrt habe ich nach der Wellblechpiste wieder einen Tramper mitgenommen. Im Dienste der Armee bewacht er die Grenze zwischen Marokko und Algerien, die seit Jahren geschlossen ist. Nach allem was ich hörte, ich mit einer Öffnung in nächster Zeit auch nicht zu rechnen. Er hatte drei oder vier schwere Kartons bei sich und wollte nach Hause zu seiner Familie in Rissani. Ich wollte dort noch einen Zwischenstopp zur Besichtigung eines Mausoleums einlegen und mich nach den Preisen für Waschbecken und anderen Sanitäreinrichtungen erkundigen, die dort aus einem Material hergestellt werden, das viele Fossilien enthält. Diese sind dann im Wasch- oder Duschbecken mehr oder weniger sichtbar. Wegen seines schweren Gepäcks fuhr ich meinen heutigen ersten Tramper direkt nach Hause. Dies hatte natürlich eine Einladung zur Folge. Ich kam in ein Haus, das sich von allen anderen Häusern, die ich von innen gesehen hatte, wohltuend unterschied. Mein Tramper gehört zu den schwarzen Einwohnern Marokkos, die nach dem was ich weiß, von den ehemaligen Sklaven abstammen. Berber wohnen ganz anders. Hier kam ich in ein Haus mit hohen lichten Räumen und gefliesten Boden im Aufenthaltsraum, der gleichzeitig wie ein Flur, alle anderen Räume miteinander verbindet. Ich wurde von der Frau und dem Sohn freundlich begrüßt. Die ältere Tochter bereitete in der Küche den Tee vor. Nach den üblichen Fragen nach Frau, Kindern und der Familie folgte die Einladung zum Essen zu bleiben. Ich könne doch ins Mausoleum fahren und anschließend wieder zurück zum Essen kommen. Aber ich wollte weiter und die Verständigung war ziemlich schwierig. Mein Französisch ist nicht vorhanden und sein Englisch faktisch ebenso wenig. Da reicht dann raten und lächeln auch nicht mehr. Außerdem lief nebenher der Fernseher mit der letzten King Kong Verfilmung, die der Hausherr mit großer Aufmerksamkeit verfolgte.
Den gestrigen Tag hatte ich unter anderem mit dem putzen des Autos im Inneren zugebracht. Den Nachmittag wollte ich eigentlich zu einem Ausflug nach Erfoud zu Fuß nutzen. Sturm und teils kräftiger Regen wussten dies zu verhindern. So habe ich einen Tag auf dem Campingplatz ca. 8 km südlich von Erfoud zugebracht. Die Erholung konnte ich nach den letzen Tagen gut gebrauchen.

Nach mich mein (Händler-) Gastgeber, der mit mir zusammen gebrauchte Autos der Marke Mercedes in Marokko einführen will, zum Campingplatz gebracht hatte, wollte ich noch einen Stadtspaziergang in Midelt unternehmen. Vor dem Campingplatz lief ich drei jungen Männern in die Arme, von denen einer mit Namen Mohammed gut deutsch sprach. Er bot mir natürlich seine Begleitung an, die im Hause seines Onkels, einem Händler endete. Das beendete ich mit dem deutlichen Hinweis, dass ein Kaufinteresse bei mir nicht besteht. Mohammed begleitet mich noch ein Stück in die Stadt und wurde dann von mir verabschiedet. Er war mir aber irgendwie sympathisch, so dass ich einer Verabredung für den kommenden Tag zustimmte. An diesem Tag fuhren wir über eine Seitenstraße in ein altes Mienengebiet. Das war sehr interessant und wurde keine Verkaufsveranstaltung. Darum hatte ich auch ausdrücklich gebeten. Ich habe ihm dafür für marokkanische Verhältnis relativ viel Geld, 70 DH (ca. 7 EURO) gegeben. Er versprach mir auch ein Geschenk für mich und brachte mir einen Stein, der innen ein Kristall war. Diesen bot er mir für nur 50 DH, später für 20 DH an. Ein lächerlicher Preis, aber ich war enttäuscht. Ich hatte ihm erklärt, dass ich für Kristalle kein sonderliches Interesse aufbringe und auch keine kaufen werde. Nun brachte er mir nach der relativ guten Bezahlung einen Kristall und bot mir diesen als Geschenk zum Kauf an. Das veranlasste mich zu einer schnellen Abreise. Auf der Fahrt Richtung Süden ging es weiter auf der N 13, Richtung Errichidia (auf meiner Karte Ar-Rachidia geschrieben). Doch soweit kam ich an diesem Tag nicht. Neben einer Familie nahm ich noch zwei junge Männer mit, von denen einer mit Namen Said wirklich gut deutsch sprach und mir interessante Beschreibungen und Erläuterungen gab. Er bot eine Führung in ein altes Dorf an, die ich gerne annahm. Die Einladung über Nacht bei seiner Familie zu bleiben folgte kurze Zeit später. Vorher noch zu ein paar Freunden, dann die Info über eine Hochzeit im benachbarten Dorf, etwas viel Wein für Said und ich kam so gegen 4 Uhr ins Bett bzw. in meinen Bus. Vorher hatte ich ihn und weitere junge Männer nach Hause gefahren und mich allein zur Hochzeit aufgemacht. Diese fand ich nicht sonderlich interessant, die Musik kam vom Band über vier gigantische Lautsprecherboxen und der DJ sang zur Mischung aus alter Volksmusik der Berber und westlich eingefärbter moderner Berbermusik. Das ganze spielte sich auf einer staubigen Gasse vor dem Haus der Braut ab. Die Frauen waren überwiegend traditionell gekleidet, die Männer trugen Alltagskleidung, die häufig auch in einem T-Shirt des FC Barcelona besteht. Viele junge Männer standen wie in Deutschland neben der „Tanzfläche“ und beobachteten das Ganze aus sicherem Abstand. Es kam immer wieder vor, dass die tanzenden Männern die anderen auf die Tanzfläche holen wollten. Einmal habe ich das auch von einer jungen Frau gesehen. Aber viele Männer wehrten sich tapfer. Auch ich war mal an der Reihe und habe mich nach der Aufforderung durch einen Mann mutig auf die Tanzfläche begeben. Als ich endlich in meinem Bus war, klopfte es an mein Auto. Ich hatte die Befürchtung, ich stehe mit meinem Bus an nicht gewünschter Stelle. Aber es war nur jemand, der von dem Deutschen Bier, Zigaretten oder wenn ich richtig verstanden habe, Sex wollte. Aber mir war um 4 Uhr in der Früh weder nach Bier noch nach Sex mit einem Mann und jagte ihn weg. An nächsten Morgen bekam ich von Said Frühstück im Hof, ich spendierte den Kaffee dazu. Anschließend sind wir in die Oase gegangen, dort wohnt man nämlich nicht, sondern hat nur seine Felder dort, und wir haben den Regen der letzten Tage auf die Felder geleitet. Ich fand das sehr spannend. Hier ein Kanal öffnen, dort einen schließen und schließlich steht das Gerstenfeld der Familie in der richtigen Weise unter Wasser. Zum Abschluss wurde der Hauptkanal wieder verschlossen. Die Wasserbautechnik ist beeindruckend aus nächster Nähe zu erleben. Nach Aussage von Said gibt es zwischen den Bauern im Dorf keinen Streit um das Wasser, es ist für alle genug da. Sein Angebot, mit ihm in die Wüste zu fahren, er hätte dort eine Tante, lehnte ich ab. Ich müsse nach den vergangenen Tagen wieder einmal allein unterwegs sein. Said machte mir keine Kaufangebote und blieb mir sicher auch deshalb bis zum Schluss angenehm. Ich bewundere ihn für seine Sprachkenntnisse, die er nach seinen Aussagen im Wesentlichen über das Internet hat. Gegen 12 Uhr brach ich nach Erfoud auf. Es ist fast Mitternacht, morgen werde ich hören wer das Fußballspiel zwischen Marokko und Algerien gewonnen hat und für den Besitzer des Campingplatzes Wein und Bier im Supermarkt in der Stadt kaufen. Er als Moslem bekommt nämlich so was nicht. Gute Nacht.

Wo ist Hans-Georg?

Juni 5th, 2011

Habe heute mit meinem Vater telefoniert und es geht ihm gut. 🙂
Es scheint viel zu Regnen, aber der Wetterbericht sagt 38 Grad vorraus. Viel Spaß, hehe

Hier der Standpunkt von Heute. Nach 5000 Kilometer Fahrt ist er genau Hier:


Größere Kartenansicht

Gruß
Samuel

In den Pyrenäen, Bilder vom 26. Mai

Juni 5th, 2011

Das Reich der Catalanen beginnt

Das Cap an der Grenze

Bis hierher geschafft

Frühstück nach der ersten Nacht in Spanien

Gruß